Der European Newspaper Congress startete am 1. Mai 2016 im Wiener Rathaus. Rund 500 Chefredakteure und Medienmanager diskutieren drei Tage über die Zukunft ihrer Branche
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Der European Newspaper Congress 2016 wird vom Medienfachverlag Johann Oberauer und Norbert Küpper, Zeitungsdesigner in Deutschland, veranstaltet.   © Medienfachverlag Oberauer/APA-Fotoservice/Schedl
National und international gibt es viele Beispiele wie Medien und Agenturen neueste Technologien, neue Angebotsformate und moderne Kommunikationstools zur Verbreitung ihrer Nachrichten einsetzen. Einige davon wurden als Best Cases am European Newspaper Congress  in Wien vorgestellt, der von 1. bis 3. Mai 2016 stattfindet. Am zweiten Tag sprachen unter anderem Matthias Horx (Publizist), Manuel Conrad (Merkurist.de) und Marco Koeder (J. Walter Thompson Japan) zu den Anwesenden im Wiener Rathaus.„Antwort im Konstruktiven Journalismus“ „Die Sehnsucht nach Orientierung zu erfüllen“, ist laut dem Hamburger Medienberater Matthias Horx für die Zukunft der Medien entscheidend. Horx verlangt „Anker“ und sieht die Antwort im Konstruktivem Journalismus, „der Lösungen sucht, nicht zerfleischt“. Mit dem altmodisch klingenden Begriff der Achtsamkeit will Horx gegen die Hysterie in den Medien und den Redaktionen vorgehen: „Medien beschreiben Angst und Wut und stellen sie her“, sagte Horx beim European Newspaper Congress in Wien.Das mediale „Brei-Syndrom“, in dem Erregung dominiert und Differenzierung fehlt, bedrohe die Medien in ihrer gesellschaftlichen Funktion. „In ihrer Allgegenwart rauben uns die Medien ein Stück der Seele“, meint Horx weiter.Sich von altbewährtem lösenGeld fürs „Gelesenwerden bis zum Schluss“ – das bekommen Redakteure des deutschen Medienstartups Merkurist.de zu hören. Dort wird die Paywall als „Quatsch“ gesehen und auf den interaktiven Prozess zwischen journalistischer Autorität und den Lesern gesetzt, berichtete Manuel Conrad beim European Newspaper Congress: „Der Leser kann eine Rolle spielen. Das weckt Sympathien und erzeugt Bindung.“Sich von Altbewährtem zu lösen, Journalismus als einen Prozess zu sehen und ihn vom Leser aus zu denken, das sind die Leitbilder dieser Online-Plattform, an der Leser aktiv am Nachrichtengeschehen teilnehmen.

„Verspieltes Erkunden von Neuem“

Die Nummer Eins im mobilen Markt und unter den Top Fünf weltweit, bei gedruckten Zeitungen, das ist Japan. Das gelinge, weil man sich in den Medienhäusern darauf konzentriere, worin man gut sei, berichtete Asien-Medienexperte Marco Koeder von J. Walter Thomspon Japan. Partnerschaft, verspieltes Erkunden von Neuem, Pragmatismus und Professionalität würden die Basis des Erfolgs in Japan bilden.

Nachrichten als Schlachtfeld

„Nachrichten sind das neue Schlachtfeld“, sagte Jan-Eric Peters von Springer, und präsentierte die erst vor zwei Monaten auf dem Markt gekommene App Upday. Diese App bringt alle Nachrichten, für die sich ein User interessiert. Das Besondere: Durch die Zusammenarbeit von Samsung und den Journalisten von Springer sind diese Nachrichten journalistische Qualitätsprodukte.

Ebenso besonders ist die norwegische Lokalzeitung Kvinnheringen. Diese hat 4.000 Abonnenten bei 30.000 Einwohnern einer Kleinstadt in Norwegen. Es wird täglich gepostet, der Inhalt aber ist zu bezahlen. Chefredakteur Thomas Bruvik und Vidar Háland berichteten beim Newspaper Congress, dass sie täglich versuchen, „einzigartig zu sein“.

Der European Newspaper Congress wird vom Medienfachverlag Johann Oberauer und Norbert Küpper, Zeitungsdesigner in Deutschland, veranstaltet. Kooperationspartner wie JTI, die Stadt Wien und der Verband der Österreichischen Zeitungsverleger unterstützen maßgeblich die Veranstaltung.

Quelle:

Johannes Bauer, www.werbeplanung.at,
http://werbeplanung.at/news/medien/european-newspaper-congress-constructive-journalism-hope-or-hype/2.046.439