Erschienen auf www.news4teachers.de am 25. Mai 2017

WIEN. Beim European Newspaper Congress diskutierte Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, mit Verlagsvertretern über das schwierige Verhältnis von klassischen Medien und facebook. Die noch zunehmende mediale Bedeutung des sozialen Netzwerks hat auch Folgen für die schulische Medienarbeit.

In Zeiten von Fakenews, Lügenpressevorwürfen und gezielter Hetze im Netz, ist Factchecking ein großes Thema, bei dem die klassischen Medien über Stärken verfügen. Allerdings können sich die Nutzer dieser Medien nicht bequem zurück lehnen.

Im Gespräch mit Frank Thomsen, Leiter der Unternehmenskommunikation von Gruner und Jahr und Experten, über das der Mediendienst Kress.de berichtet, rief Thomas Krüger, Präsident Bundeszentrale für politische Bildung auch die Schulen zur Verantwortung.

In den sozialen Medien, so Krüger, werde jeder einzelne Nutzer Mitproduzent von Information und müsse sich selbst bemühen, das Wahre vom Falschen zu unterscheiden. Eine Diskussion Medienkompetenz sei unbedingt nötig. Medienkritik müsse viel stärker im schulischen Alltag verankert, kritisches Bewusstsein in der Gesellschaft gestärkt werden.

„Wir sind in der öffentlichen Debatte nicht mutig genug, Streit als etwas Positives wahrzunehmen“, so Krüger. Stattdessen herrsche eine Art Empörungsdemokratie, in der nur noch der Skandal zähle.

Thomsen riet indes auch zur Differenzierung. Von seinen Milliarden Nutzern werde Facebook im Grunde sehr harmlos genutzt. Allerdings finde sich auf derselben Plattform auch „der gesamte Schmutz dieser Welt“.

Dem Ansinnen von Facebook, den bekannten Wahlomat im Vorfeld der Bundestagswahl verwenden zu dürfen stehe die BZpB kritisch gegenüber, weil Facebook auch die Daten der Nutzer weiterverwenden wolle. Das gehöre jedoch nicht zur Policy der Bundeszentrale, so Krüger.