Erschienen in der Wormser Zeitung am 23. Mai 2017

WIEN – Großer Erfolg für drei Tageszeitungen der VRM: Die Allgemeine Zeitung aus Mainz, der Wiesbadener Kurier und das Darmstädter Echo sind am Dienstag jeweils mit dem renommierten „European Newspaper Award“ ausgezeichnet worden.

Die Preisverleihung war die Abschluss-Veranstaltung des „European Newspaper Congress“ (ENC), bei dem vom 21. bis 23. Mai in Wien rund 500 Chefredakteure, Medienmanager, Digitalexperten und Kommunkationschefs ihre Konzepte und Strategien vorgestellt haben.

Zuhause, Geschichte, Pressehaus

Die mit Preisen bedachten VRM-Beiträge befanden sich in illustrer Gesellschaft neben bekannten Titeln wie der Wochenzeitung Die Zeit und der Süddeutschen Zeitung. Das Darmstädter Echo gewann in der Kategorie „Sonderseiten“ mit einer Panorama-Seite aus der Serie „Zuhause“. Unter der Überschrift „Auf der Suche nach dem nächsten Zuhause“ hatte die Redaktion den Aufbruch der Menschheit ins Weltall beschrieben und damit einen in den Augen der Jury preiswürdigen Serien-Abschluss geschaffen.

Die Magazin-Redaktion der „Allgemeinen Zeitung“ erhielt für „Unsere Geschichte“ – ein Blick auf die bewegte Historie von besonderen Straßen und Plätzen der Stadt Mainz – eine Auszeichnung in der Kategorie „Magazine“.

Der Wiesbadener Kurier punktete in der Kategorie „Beilagen“: In einer Sonderveröffentlichung hatte die Redaktion die Rückkehr ins aufwendig sanierte Wiesbadener Pressehaus thematisiert.

Dirk Henninger, Redakteur beim Darmstädter Echo und Autor des „Zuhause“-Artikels, nahm die drei Preise am Dienstag zum Ausklang des Kongresses im prunkvollen Wiener Rathaus entgegen.

Preise in 19 Kategorien vergeben

Der „European Newspaper Award“ ist in 19 Kategorien vergeben worden. Teilgenommen hatten nach Angaben der Organisatoren 191 Zeitungen aus 27 Ländern. Als Jury fungierten 15 Experten aus neun Ländern. Der jährliche Wettbewerb um Europas beste Zeitungen wird von Zeitungsdesigner Norbert Küpper veranstaltet. Er kooperiert dabei mit den Fachzeitschriften „MediumMagazin“, „Der Österreichische Journalist“ und „Schweizer Journalist“.

Laut Küpper setzen Zeitungen in ganz Europa vermehrt auf Coverstorys. Auf der Titelseite wird dazu ein großes Thema platziert und dann auf mehreren Seiten weitergeführt. Damit erhalte die gedruckte Zeitung eine neue Funktion: Stand früher die schnelle Nachricht im Vordergrund, ist es heute der ausführliche Hintergrundbericht. Selbst tagesaktuelle Themen werden von den Redaktionen inzwischen derart aufwendig aufbereitet. Das ist einer von insgesamt zehn Zeitungstrends, die Küpper beim diesjährigen ENC vorstellte.

Deutschsprachige Branche zu Gast in Wien

Zahlreiche prominente Medienschaffende sprachen oder diskutierten auf dem Podium – darunter Jürgen Kaube, Herausgeber der „FAZ“, Julian Reichelt, Chefredakteur von „Bild“, „Gruner & Jahr“-Chefin Julia Jäkel, Thomas Lindner, Geschäftsführer der „FAZ“ sowie Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der „Zeit“. Letzterer behandelte die Frage, was es bedeutet, Haltung zu zeigen, wenn Medien unter politischem Druck stehen. Der österreichische Bundeskanzler Christian Kern sprach über Politik und Medien im Zeitalter von Fake-News und Populismus.

Desweiteren gab es unter anderem Vorträge über die Integration von Videoabteilungen in Zeitungsredaktionen oder zur Frage, wie man trotz Gratis-Leseangeboten im Netz mit Archivtexten Geld verdienen kann. Spannend waren auch Einblicke auf die Themen, in welcher Weise und warum Unternehmen wie Coca-Cola zu Medienhäusern werden und wie Daimler mit Hilfe eines Bloggers die eigene Konzern-Kommunikation umbaut. Außerdem stellten sich fünf spezielle Medienprojekte und ihre Macher vor, und es ging auch um Medien am Rande Europas aus der Ukraine, Georgien, Kasachstan und Kirgisistan.