
Juan Antonio Giner
Am ersten Tag des European Newspaper Congress ging es um das Design und die crossmedialen Konzepte innovativer europäischer Zeitungen. Zeitungsdesigner Norbert Küpper sieht insgesamt “einen Trend, der weggeht vom Boulevard, hin zu Eleganz und Seriosität”. Juan Antonio Giner, Gründer des Medienberatungs-Unternehmens “Innovation” nannte ironisch eine Reihe von “todsicheren Tipps, um jede Zeitung zu töten”.
Am ersten Tag des European Newspaper Congress ging es um das Design und die crossmedialen Konzepte innovativer europäischer Zeitungen. Zeitungsdesigner Norbert Küpper sieht insgesamt “einen Trend, der weggeht vom Boulevard, hin zu Eleganz und Seriosität”. Zwar gebe es noch immer Zeitungen, bei denen “zuviel in Text gedacht werde”. Aber es gebe auch immer mehr Beispiele, bei denen Text- und Bildredakteure Hand in Hand mit Grafikern innovative und informative Seiten gestalten. Hier habe die Wirtschaftskrise etwas Positives bewirkt: Den Druck, aus dem althergebrachten Design endlich einmal auszu brechen und Neues auszuprobieren. Das merke man sogar dem Anzeigendesign an, glaubt Küpper. Neue kreative Formen wie beispielsweise eine Anzeige am Angelhaken fallen auf und lassen sich teuer verkaufen.
Den erfolgreichen Wandel der 120 Jahre schwedischen Traditionszeitung ”Svenska Dagbladet” stellten Ann Axelsson als Mitglied der Chefredaktion und Design-Chefin Anna Thurfjell vor. Das Blatt sei noch im Jahr 2000 eine “langweilige Bleiwüste nur für die Elite” gewesen und verstehe sich heute als ”Einheit von Print und Online”. Tagesaktuelle Nachrichten stehen im Internet, Print sei ein tägliches Magazin geworden und die Wochenend-Beilage das Highlight.
Juan Antonio Giner, Gründer des Medienberatungs-Unternehmens “Innovation” nannte ironisch eine Reihe von “todsicheren Tipps, um jede Zeitung zu töten”. Sehr wirkungsvoll sei beispielsweise ”Design und Leserinteressen zu vernachlässigen”, “keine Talente anzuheuern” und “die obszönen Profite der Vergangenheit nicht zu investieren”. Bei der Schweizer Gratiszeitung “20 Minuten” heißt das oberste Erfolgsrezept, dass Print und Online sich nicht länger gegenseitig die besten Geschichten wegschnappen, sondern sich zum Wohl beider gegenseitig die Bälle zuspielen. Diese Erkenntnisse habe allerdings eine Weile gedauert, räumten Chefredakteur Print Marco Boselli und Chefredakteur Online Hansi Voigt ein.
Mediendesigner Mario Garcia betonte vor allem die Chancen eines grundlegenden Wandels im Mediennutzungsverhalten. Print sei noch lange nicht am Ende, wenn die Macher das große Potenzial des “Storytellings” zeitgemäß weiterentwickeln.


