Themen 2011

Sind Tablets unsere Freunde oder unsere Feinde?

Neues aus dem Entwicklungslabor des Murdoch-Konzerns.

Tablets sind keine Websites, keine Zeitungen, auch keine Magazine und keine Bücher. Was sind sie dann? Vor allem aber: Sind sie unsere Freunde oder unsere Feinde? Und sind die Angebote von Zeitungen in Tablets nur eine vorübergehende Erscheinung? „Tablets sind Medien, in denen alle Ausdrucksformen aufgehen: Text, Audio und Video. Und Tablets haben das Potenzial, alle anderen Medien zu ersetzen. Nicht nur Zeitungen und Magazine“, sagt Alfredo Trivino, Direktor für Kreativprojekte bei News International im Murdoch-Konzern. Was bedeutet das für uns, für die Zeitungen? Steht uns nur eine Schonfrist bevor – und wie nützen wir diese am besten?

Case Study 1: Die Meisterklasse ist perfekt auf allen Kanälen

Politiken, Dänemark, Europas Tageszeitung des Jahres

Welche Pläne Chefredakteur Lars Grarup für die Zukunft hat und wie er seine herausragende Position halten will.

Skandinavien gilt bei Zeitungsmachern als eine der wichtigsten Kreativschmieden der Welt. Unter all den vielen exzellenten Titeln ragt eine überregionale Tageszeitung aus Kopenhagen heraus: Politiken. Sie ist eine der wenigen Zeitungen im Norden Europas, die dem Trend zum Tabloid-Format nicht gefolgt ist. Geschickt nützt sie die großen Seiten, um eine stark durch Design geprägte Zeitung zu machen. Besonders auffallend dabei die Qualität der Titelseiten und Sektionstitel.

Beeindruckend auch, wie es gelingt, den Zeitungskopf und Elemente der Navigation in Print, Online und iPhone App identisch zu gestalten. Die Leser finden damit übergreifend über alle Kanäle “ihre” Zeitung und Politiken bleibt eine unverwechselbare Marke.

Die dänische Zeitung erscheint im Nordischen Format und hat eine Auflage von 103.000 Exemplaren. 180 Journalisten, zehn Fotografen und zehn Layouter arbeiten bei Politiken.

Chefredakteur Lars Grarup informiert in Wien über das Konzept von Politiken, warum Klassik und Moderne kein Widerspruch sind, welche ersten Erfahrungen er eben mit iPad macht, welche Pläne das Kopenhagener Medienhaus für die Zukunft hat und wie es seine herausragende Position halten will.

„App Economy“ oder „Apple Economy“?

Laufen die Zeitungen schon wieder in die falsche Richtung?

Mit ihrer Gratisstrategie haben die Verlage im Web vieles falsch gemacht. Mit iPad & Co. und mit einer Paywall-Strategie soll das nun alles korrigiert werden. Stimmt die neue Richtung, oder sind wir schon wieder auf dem falschen Weg?

Peter Hogenkamp ist seit 2010 Leiter Digitale Medien der NZZ-Mediengruppe in Zürich. Er verantwortet die neue Online-Strategie der NZZ, die ab Juni in ersten Schritten öffentlich wird.

Wer hat eigentlich heute die Themenführerschaft?

Haben Facebook und Twitter tatsächlich die klassischen Medien abgelöst? Und wo steht heute die Zeitung?

Sind die klassischen Medien noch die viel beschworene vierte Gewalt im Staat oder haben Facebook und Twitter längst die Themenführerschaft übernommen? Hat die Zeitung überhaupt noch Bedeutung?

Welche Medien die Macht haben, welche Medien das Vertrauen haben und welche Medien letztlich Zukunft haben, analysiert Roland Schatz von Medien Tenor anhand der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Umwälzungen.

Außerdem: Warum Zeitungen ein tägliches Versprechen sind. Warum sich Leser nicht gerne überraschen lassen. Und warum das Markenvertrauen letztlich alles entscheidet.

Case Study Extra: Wie Infografiken die Zeitung zum Leben erwecken

Und wie sich fast nebenbei eine Tür zur neuen Medienwelt öffnet.

Infografiken sind nach wie vor in vielen Redaktionen vernachlässigt. Eigentlich unverständlich, denn in ihnen steckt alles, was sich sowohl Leser als auch Medienmacher wünschen: Infografiken erzählen selbst schwierigste Geschichten scheinbar von selbst. Dabei bringen sie Leben in die Zeitung und sind nebenbei noch eines der wichtigsten Bindeglieder zwischen der alten und neuen Medienwelt. Svenska Dagbladet in Schweden hat eine eigene Infografik-Redaktion, deren Arbeit weltweit zu besten gezählt wird. Die schwedischen Infografiker liefern dabei den Printjournalisten nicht einfach nur Grafiken zu, sondern haben inzwischen einen eigenen Infografik-Journalismus entwickelt, der zukunftsweisend ist.

Anci Holm, Leiterin der Abteilung Infografik beim Svenska Dagbladet in Schweden, berichtet in Wien über ihre persönlichen Erfahrungen mit Infografiken, welche Themen rennen und welche auch als Grafik durch hängen, wie die Anbindung zur neuen Medienwelt funktioniert und wo die Redaktion in den nächsten Jahren stehen will.

Case Study 2: Künstler im Visualisieren extrem schwerer Inhalte

Bergens Tidende, Norwegen, Europas regionale Tageszeitung des Jahres

Wie Chefredakteur Gard Steiro trotz der Übermacht der elektronischen Medien noch neue Zeitungsleser gewinnt.

Beim ersten Durchblättern von Bergens Tidende ist dieser Eindruck unvermeidlich: Diese Zeitung ist sehr stark visuell geprägt. Und trotzdem wird den Texten große Aufmerksamkeit gewidmet: Zwischenzeilen und Ergänzungsboxen helfen dem Leser bei der Informationsaufnahme. Bei großen Themen werden Texte, Bilder und Infografiken zu einer Informations-Einheit verschmolzen. Die Mannschaft von Bergens Tidende versteht es, komplexe Inhalte perfekt zu visualisieren. Ein Genuss ist die Wochenendbeilage mit den vielen langen Fotostrecken.

Erfreulich: Die Auflage ist im letzten Jahr von 85.000 auf 87.000 Exemplare gestiegen. Der Anzeigenanteil liegt bei über 50 Prozent. Bergens Tidende beschäftigt 95 Journalisten, 15 Fotografen und zehn Layouter. Die Zeitung  erscheint im Tabloid-Format.

Arne Edvardsen und Gard Steiro informieren in Wien, wie trotz der scheinbaren Übermacht der elektronischen Medien neue Zeitungsleser zu gewinnen sind und wo sie ihre Zeitung in den nächsten Jahren sehen.

Case Study 3: Jeder Tag ist eine Überraschung

Diário de Notícias, Portugal, Europas lokale Tageszeitung des Jahres

Wie Ricardo Miguel Oliveira Routine in der Redaktion vermeidet und sein kleines Team täglich zu neuen Ideen anspornt.

Jeden Tag überrascht Diario de Notícias seine Leser. Bereits mit der Titelseite. Keine gleicht jener des Vortages. Die Redaktion scheint an einer unversiegbaren Quelle zu leben. Aus dieser sprudeln ständig neue Ideen, mit denen sie die Inhalte der Zeitung gestaltet. Beeindruckend! Die Startseiten der Ressorts werden immer über Doppelseiten geführt. Das schafft eine klare Leserführung. Die Seiten 2 und 3 leiten den Lokalteil ein und sind oft einem Thema des Tages gewidmet. Diário de Notícias ist eine wunderbare Mischung aus Zeitung und Magazin. Ein Vorbild für andere Lokalzeitungen in Europa.

Diário de Notícias erscheint im Tabloid-Format und hat eine Auflage von 14.475 Exemplaren. Die Zeitung beschäftigt 34 Journalisten, einen Fotografen und vier Layouter.

Ricardo Miguel Oliveira informiert in Wien unter anderem darüber, wie er Routine im Alltag vermeidet und sein kleines Redaktionsteam immer wieder zu neuen Ideen anspornt.

Case Study 4: Von der Zeitung zum Magazin

Der Trend ist bekannt: Die Zeitung wird immer mehr zum Magazin. Am konsequentesten ist diesen Weg der Sunday Herald in Schottland gegangen. Aus der ehemaligen Wochenzeitung ist heute ein wöchentliches News-Magazin geworden.

Die Macher des Sunday Herald zählen zu den besten Europas. Allerdings kämpfen sie auch auf einem der härtesten Zeitungsmärkte. Ursprünglich startete der Sunday Herald als klassische Wochenzeitung, exzellent konzeptioniert und außergewöhnlich gestaltet. Wirtschaftliche Gründe zwangen die Macher allerdings zum Umdenken. Aus der Wochenzeitung im Tabloid-Format formten sie 2010 ein 92-seitiges Magazin. Dieses kombiniert Inhalt und Design der bisherigen Zeitung mit längeren, in die Tiefe gehenden Artikeln.

Chefredakteur Richard Walker gibt in Wien einen kurzen Überblick über das bisherige Konzept der Wochenzeitung und erläutert die Entwicklung zum wöchentlichen News-Magazin.

Case Study 5: Der Pionier kopiert nicht

Frankfurter Rundschau iPad, Deutschland, Spezialpreis der Jury

Ein Jahr iPad: Chefredakteur Rouven Schellenberger über seine Erfolge und Rückschläge – und wo die Frankfurter Rundschau mit iPad 2012 stehen will.

Die Frankfurter Rundschau gehört bei iPad Apps zu den Pionieren. Die Macher kopieren nicht die Printausgabe, sondern präsentieren am iPad ein Best of mit starker Magazinoptik. Der Beginn eines Artikels wird mit einem großen Foto gestartet, ganz wie es bei Illustrierten üblich ist.

Durch den Einsatz der gleichen Schriften wie in der gedruckten FR gelingt es, die Printanmutung auf das iPad zu übertragen. Die Navigation ist klar und erfolgt intuitiv. Weiterführende Angebote wie Bildergalerien, Infotexte oder Videos sind gut gekennzeichnet.

Die Frankfurter Rundschau macht eine iPad-Applikation, die die heutigen Erwartungen an dieses neue Medium perfekt erfüllt.

Chefredakteur Rouven Schellenberger berichtet in Wien über das erste Jahr iPad, über seine Erfolge und Rückschläge, seine Erwartungen und Erfahrungen und wo die Frankfurter Rundschau mit iPad 2012 stehen will.

Wie Zeitungen einzigartig werden

Die erfolgreichsten Vorreiter auf dem Weg in die Zukunft der Zeitung.

Der Kampf um die Nachrichten ist für die Tageszeitung verloren. Doch was bleibt ihr dann noch? Meinung, Hintergrund und Orientierung? Weltweit zerbrechen sich die Zeitungsmacher darüber den Kopf. Einige sind auf diesem Weg schon weiter und sie sind erstaunlich erfolgreich. Francisco Amaral stellt diese Beispiele vor und analysiert die Erfolgsfaktoren: Diese Zeitungen wissen exakt, für wen sie schreiben, sie bieten ihren Lesern klare Werte und sie verbrüdern sich mit ihnen. Aber diese Zeitungen gehen auch anders an Themen heran, sie organisieren ihren Redaktionsablauf anders und sie fördern und fordern ihre Journalisten anders.

Was Tablets den Zeitungen tatsächlich bringen

Die ersten Antworten von Medienhäusern, die auf dem Weg in die Zukunft bereits erstaunlich weit sind.

Tablets transformieren die Zeitung in das digitale Zeitalter. Tablets sind für Zeitungen bestenfalls ein Marketing-Gag. Tablets sind die Zukunft der Zeitung. Tablets sind reine Geldverschwendung. Weltweit stochern derzeit Medienhäuser im Dunkeln und alle fragen sich, welche Bedeutung Tablets nun wirklich haben. Sind sie das eingesetzte Geld wert? Bringen sie neue Leser? Erschließen sie neue Anzeigenkunden? Und sind sie die langersehnte Zukunft? Weltweit sind einige Medienhäuser auf der Suche bereits deutlich weiter und können die ersten Antworten bieten. Juan Senior von Innovation Media Consulting Group stellt die wichtigsten Vorreiter und ihre Erfahrungen vor.

Was Tablets den Zeitungen tatsächlich bringen

Die ersten Antworten von Medienhäusern, die auf dem Weg in die Zukunft bereits erstaunlich weit sind.

Tablets transformieren die Zeitung in das digitale Zeitalter. Tablets sind für Zeitungen bestenfalls ein Marketing-Gag. Tablets sind die Zukunft der Zeitung. Tablets sind reine Geldverschwendung. Weltweit stochern derzeit Medienhäuser im Dunkeln und alle fragen sich, welche Bedeutung Tablets nun wirklich haben. Sind sie das eingesetzte Geld wert? Bringen sie neue Leser? Erschließen sie neue Anzeigenkunden? Und sind sie die langersehnte Zukunft? Weltweit sind einige Medienhäuser auf der Suche bereits deutlich weiter und können die ersten Antworten bieten. Juan Senior von Innovation Media Consulting Group stellt die wichtigsten Vorreiter und ihre Erfahrungen vor.

European Editors Forum 2011

Wikileaks – der Totengräber für die Journalisten?

Google hat uns die Anzeigen geklaut. Stiehlt uns Wikileaks nun auch noch die Themen? Wohin entwickelt sich die Plattform für Enthüllungen und was bleibt den Journalisten? Müssen wir uns bald gar auf lokale Wikileaks einstellen? Oder profitieren wir in Wirklichkeit von dieser neuen Entwicklung, können diese vielleicht sogar aktiv nützen? Unter der Leitung von „Presse“-Chefredakteur Michael Fleischhacker diskutieren führende Journalisten aus ganz Europa die Zukunft unseres Jobs.

European Publishers Forum 2011

iPad & Co: Die Chancen und die Risiken

Was bringen iPad & Co den Zeitungen? Zusätzliche Einnahmen oder nur weitere Kosten? Wieviel App brauchen wir? Reicht fürs Erste die Kopie der gedruckten Zeitung oder verlangt es einen komplett eigenen Ansatz? Und wie organisieren wir die Produktion? Wie hoch ist der Preis, den die Redaktion bezahlt? Lenken Apps von der eigentlichen Arbeit ab, nämlich eine gute Zeitung zu machen? Verleger, Medienmanager und Chefredakteure aus ganz Europa diskutieren beim European Publishers Forum 2011 die Zukunft dieses neuen Mediums und seine Auswirkungen auf die Zeitung.

Teilnehmer an der Podiumsdiskussion:

  • Pit Gottschalk, Axel Springer AG, Leiter Vorstandsbüro Zeitungen
  • Christian Lindner, Rhein-Zeitung, Chefredakteur
  • Peter Hogenkamp, NZZ-Gruppe, Leiter Digitale Medien
  • Kirsten Annette Vogel, TOP.IfM Institut für Medienprofis, Journalistencoach und Trainerin
  • Michael Grabner, Michael Grabner Media (Diskussionsleitung)

Keynote

Europas Zeitungstrends 2011

Eine Reise durch einen kreativen Kontinent mit Norbert Küpper, Gründer und Organisator des European Newspaper Award.

Zehn Jahre Online, bald ein Jahr Apps. Wie verändern sich die Zeitungen in Europa? Feststellbar ist: Der Trend zum Tabloid-Format ist ungebrochen. Im letzten Jahr haben Zeitungen in den Niederlanden, Belgien und Irland auf das kleinere Format umgestellt. Der Haupttrend: Zeitungen werden stärker visuell gemacht. Fotografie, Infografik und Illustration werden als Elemente der Nachrichtenvermittlung deutlich stärker eingesetzt. Ein weiterer Trend: Im deutschsprachigen Europa werden die Texte wieder länger. Die Redaktionen bieten mehr Hintergrund an, es sind weniger Kurzmeldungen zu sehen.

European Newspaper Congress findet statt!

Wir freuen uns bekannt geben zu dürfen, dass der European Newspaper Congress planmäßig vom 25. bis 27. April in Wien stattfindet. Durch die europaweiten Flugverbote aufgrund des Vulkanausbruches in Island war bis heute offen, ob der größte europäische Zeitungskongress verschoben werden muss. Nachdem sich die Lage in den letzten 24 Stunden normalisiert hat, kann das volle Programm umgesetzt werden. Auch wenn sich bis Sonntag die Situation nochmals deutlich verschlechtern sollte, sind weitgehend Alternativen für Anreisemöglichkeiten von Vortragenden oder einzelne Programmpunkte gefunden. Wir informieren Sie in diesem Fall weiter per E-Mail und über die Website. Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Die Angst und die Freiheit

Wie Machtmissbrauch die journalistische Arbeit verändert und warum gute Journalisten vor allem innerlich frei sein müssen. Wie journalistische Kreativität entsteht und welche Aufgabe dabei Chefredakteure haben. Warum angstfreie Redaktionen deutlich mehr leisten – und so auch kleiner sein können. Und warum bessere Journalisten letztlich auch zu einer besseren Welt beitragen.

„Wie unabhängig ist Journalismus?“

Führende Chefredakteure und Experten erörtern, wie unab­hän­­gig Medien im Spannungsfeld zwischen Wirtschaft, Po­litik, Recht und Gesellschaft arbeiten können.
Am Podium diskutieren Prof. Dr. Tho­mas Leif, SWR-Chef­re­porter und Vorsitzender von Netzwerk Recherche, Buch­­­autor Tom Schimmeck, Dr. Charles E. Ritterband, NZZ-Kor­respondent in Wien, Mathilde Schwa­beneder, ORF-Kor­respondentin in Rom, JTI-Österreich-Spr­e­­cher Dr. Helmut Dumfahrt und Rechtsanwalt Dr. Peter Zöchbauer.


Sponsoren 2011

     

                                           


Bilder 2011

European Newspaper Congress 2011 – Get-together (Sonntag)