Themen 2015

Digital

Innovationsreport „New York Times“: Wie gelingt es, digital so erfolgreich zu sein wie gedruckt?

Zehn Mitarbeiter der „New York Times“ haben ein halbes Jahr lang recherchiert, wie sich die Medienlandschaft entwickelt und was die „New York Times“ daran hindert, digital so erfolgreich zu sein wie gedruckt. Dabei haben sie viele Fragen gestellt – und auch Lösungen dafür gefunden: Zum Beispiel warum die klassischen Print-Rubriken als Ordnungsprinzip für digitale Produkte nicht funktionieren. Was etablierte Medien von Buzzfeed, Heftig & Co lernen können. „Das könnte Ihnen auch gefallen“ – wie man die Nutzer auf seiner Seite hält. Warum man erfolglose Experimente schnellstens loswerden muss. Wie man die Nähe zu den Nutzern findet und warum soziale Medien nicht der einzige Weg dafür sind. Was man tun muss, um Digital-Talente in der Redaktion zu halten und Onlinespezialisten und Programmierer in Zeitungshäuser zu locken – und warum das eine Management-Aufgabe ist.
Andrew Phelps, einer der führenden Digital-Köpfe der „New York Times“ und Adam Ellick, einer der Starvideojournalisten der Zeitung, werden in Wien die Ergebnisse des Reports präsentieren, den sie wesentlich mitverfasst haben und wobei sie eine führende Aufgabe in der Umsetzung übernommen haben. Vorgestellt werden auch die neusten Erkenntnisse und die Weiterentwicklung der jüngsten Monate.

Von der Krise der Systeme zum “Constant Beta”

Ein zentrales Problem etablierter Medienhäuser ist der Zustand IT-gestützter Prozesse in Redaktion und Herstellung, kurz: eine Krise der Content Management Systeme! Alte Infrastrukturen bereiten den Verantwortlichen noch mehr Kopfzerbrechen als die Entwicklung neuer Inhalte, weil sie Innovationen oft fundamental verhindern. Erschwerend kommt hinzu, dass erfolgreiche neue Redaktionen wie “Business Insider” oder “Buzzfeed” über sehr leistungsfähige eigene Systeme verfügen, die einen technologischen Vorteil im Wettbewerb um Inhalte mit sich bringen. Häufig werden zukunftsfähige agile und flexible Entwicklung von teuren und relativ langsamen Enterprise-Technologien der 0er oder gar 90er Jahre im Keim erstickt. Die wichtigste Frage lautet deshalb: Wie lässt sich eine ständige iterative Verbesserung der Systeme (“Constant Beta”) erreichen – und in der Organisation produktiv mit Leben füllen? Heiko Scherer gibt als erfahrener Systementwickler Einblick in die Anforderungen des mobilen Internets und zeitgemäße Lösungen, und er präsentiert eine Reihe reibungsloser und Erfolg versprechender Beispiele, die es Management und Redaktionen ermöglichen sich ganz auf die Entwicklung von Inhalten zu konzentrieren.

Mysterium Kennzahl – wie gut kenne ich mein digitales Produkt?

Was mir meine Online-Zahlen sagen und wie ich sie mit Mitbewerbern vergleiche. How can we manage elites in media companies? How can we commit them to ourselves?

Kennzahlen – oder neudeutsch „Key Performance Indicators“, kurz: KPI – sind in aller Munde. Doch wer versteht sie, wer kann sie auswerten und vor allem effektiv und effizient nutzen? Kaum jemand könnte diese Fragen besser beantworten als André Hellmann, der „Herr der Zahlen“ für die deutschsprachige Verlagswelt. Als Gründer und Geschäftsführer der „netzstrategen“ in Karlsruhe koordiniert er u.a. die Kennzahlen vieler überregionaler und regionaler Nachrichtenportale, und er wertet jeden Monat die Statistiken der IVW aus. In Wien erläutert er, welche Mechanik hinter den Kennzahlen von Nachrichtenseiten und anderen journalistischen Angeboten stecken und wie sich Prozesse und Projekte operativ entwickeln, steuern und bewerten lassen. Dass es dabei nicht nur auf das eigene Zahlenwerk ankommt, sondern vor allem auf den Vergleich mit Wettbewerbern – also auf „Benchmarks“ – das zeigt Hellmann mithilfe realer Beispiele seiner Projektarbeit.

“20 Minuten” Schweiz/Luxemburg/Dänemark: Was bedeutet eine hohe Digitalisierung für Medienmacher?

„20 Minuten“ ist eine der größten Medien-Erfolgsgeschichten Europas. In der Schweiz hat sich der Gratistitel in nur sieben Jahren als größte Tageszeitung und größtes Online-News-Portal etabliert. Nach dem Start in der Deutsch-Schweiz brachte die Tamedia das Konzept erfolgreich in die Westschweiz, ins Tessin und nach Luxemburg. Seit zwei Jahren versucht der Schweizer Verlag nun den dänischen Markt aufzumischen – und kämpft dabei gegen einen stark rückläufigen Printmarkt und die hohe Digitalisierung in Skandinavien an. Eine Entwicklung auf die wir uns ebenfalls vorbereiten müssen? Können uns dabei die Erfahrungen von „20 Minuten“ in Dänemark helfen?
Marcel Kohler erklärt in Wien, wie „20 Minuten“ in fünf verschiedenen Märkten mit vier Sprachen arbeitet, was in allen Märkten funktioniert und wie auch in Dänemark mit den besonderen Umständen umgeht und wie letztlich auch hier eine Erfolgsgeschichte geschrieben werden soll.

Zwischenbilanz

Drei hoch innovative Projekte, die in diesen Monaten an den Start gingen. Wo stehen sie?

Die Einführung einer multimedialen Reporterzeitung

Das „Handelsblatt“ verändert sich wie noch nie in seiner Geschichte. Die Anwesenheitspflicht in der Redaktion gibt es nicht mehr. Die Redakteure entscheiden selbst, wo sie ihre Arbeitszeit verbringen. Es klingt wie ein spannendes Experiment eines kleinen Mediums, geboren aus der Not. Tatsächlich arbeitet so seit kurzem Deutschlands größte Wirtschaftszeitung, das „Handelsblatt“, und es steckt die Überlegung dahinter auf diese Weise noch besser an exklusive Geschichten zu kommen. Doch die Veränderungen in der Redaktion sind noch viel tiefgreifender: Die Digitalredaktion und die Printredaktion werden endgültig verschmolzen. Die knapp 200 Redakteure arbeiten in Teams zusammen und entscheiden eigenverantwortlich, welchen Text sie für die verschiedenen medialen Plattformen anbieten – die kurze Nachricht für den Online-Kanal oder die tiefe Analyse für die gedruckte Zeitung. „Ziel der neuen Struktur ist, Arbeitsabläufe so weit wie möglich zu vereinfachen, unnötige Barrieren zu beseitigen und den Qualitätsjournalismus weiter voranzutreiben“, sagt „Handelsblatt“-Geschäftsführer Gabor Steingart, der in Wien das Prinzip einer multimedialen Reporterzeitung vorstellen wird.

Gnadenlos weglassen! Und ungewöhnlich cool sein!

Die „Südostschweiz“ hat eben mal kurz die Zeitung neu erfunden. Wo können wir noch wachsen? Was wollen die Leute überhaupt? Wie ist ihr Konsumverhalten? Herausgekommen ist eine völlig neue regionale Tageszeitung. Mit weniger Ballast und Pflichtstoff. Der Nachrichtenteil ist kräftig ausgedünnt. Dafür gibt es deutlich mehr Platz für eigene Geschichten und Hintergrund. Und: Das Visuelle ist dem Text gleichgestellt. Die Zahl der Artikel sinkt um 25 bis 30 Prozent. Anstatt wie bisher dem Klein-Klein nachzurennen, können Reporter auch mal zwei Tage an einer Geschichte arbeiten. Die Grundidee: Die Zeitung soll sich von den Gratisangeboten im Netz deutlich unterscheiden. Und sie soll einen echten Mehrwert im Alltag bieten und nicht in zehn Minuten schon wieder Altpapier sein. Dazu setzt die „Südostschweiz“ in einem eigenen Bund stark auf Servicethemen von Tipps zur Kindererziehung bis zur Geldanlage. Chefredakteur David Sieber und Geschäftsführer Silvio Lebrument werden in Wien erklären, wie sie die „Südostschweiz“ auf den Kopf stellen und dabei keine Angst vor der Rache der Leser haben.

NZZ.at – die erste Zwischenbilanz
Geht das? Qualität ohne Papier? Die „Neue Zürcher Zeitung“ beschreitet in Österreich einen neuen Weg

Ein riskantes Projekt mit ungewissen Ausgang oder ein spannender Weg in die Zukunft? Nach der deutschen „Zeit“, die mit einer gedruckten Mutation nach Österreich gekommen ist, ist nun auch die Schweizer „NZZ“ mit einer österreichischen Online-Ausgabe an den Start gegangen. Mit Michael Fleischhacker hat sie einen der renommiertesten Journalisten des Landes geholt. Fleischhacker hat selbst acht Jahre die bedeutende „Presse“ als Chefredakteur geführt. Inzwischen hält er nichts mehr von Printmedien. Und ginge es nach ihm würden Tageszeitungen lieber heute als morgen vom Markt verschwinden. Neue Formen von Journalismus und Präsentation probiert Fleischhacker mit seinem Team seit Monaten aus. Auch solche Wege, die andere Online-Dienste bisher noch nicht gegangen sind. In Wien wird Michael Fleischhacker eine erste Zwischenbilanz von NZZ.at geben, was funktioniert, was nicht funktioniert, was er erwartet hat, was ihn überrascht hat.

Strategie

Only bad news are good news! Tatsächlich?
Wie wir mit einem neuen journalistischen Ansatz wieder Relevanz und Leser gewinnen.

Unfälle, Kriege, Demonstrationen, Korruption – und natürlich viele Leichen. Unsere Nachrichten sind voll damit. Wo Blut fließt, wartet schon die Schlagzeile. Doch bilden wir damit tatsächlich die Wirklichkeit ab? Oder verschrecken wir inzwischen immer mehr Menschen – und entziehen uns damit selbst den Boden für unsere Zukunft? Laufen uns nicht immer mehr Leser weg, die die Fülle an Grausamkeiten in unseren Zeitungen einfach nicht mehr aushalten? Doch was ist die Alternative? Schönwetterberichte, hübsche Mädchen, blauer Himmel, viel Sonne? Oder gibt es noch einen dritten Weg? Einen Weg für relevanten Journalismus, der uns die Leser sichert? Sogar Neue bringt?
Ulrik Haagerup zeigt in Wien an zahlreichen Beispielen, dass es längst einen neuen, modernen Zugang für Nachrichten gibt, der ausbalanciert, der neben den Schattenseiten auch die guten Seiten zeigt und der so erstaunlich viele neue Leser, Zuhörer und Zuseher gewinnt.

Wie wir mit einem neuen journalistischen Ansatz wieder Relevanz und Leser gewinnen. Unfälle, Kriege, Demonstrationen, Korruption – und natürlich viele Leichen. Unsere Nachrichten sind voll damit. Wo Blut fließt, wartet schon die Schlagzeile. Doch bilden wir damit tatsächlich die Wirklichkeit ab? Oder verschrecken wir inzwischen immer mehr Menschen – und entziehen uns damit selbst den Boden für unsere Zukunft? Laufen uns nicht immer mehr Leser weg, die die Fülle an Grausamkeiten in unseren Zeitungen einfach nicht mehr aushalten? Doch was ist die Alternative? Schönwetterberichte, hübsche Mädchen, blauer Himmel, viel Sonne? Oder gibt es noch einen dritten Weg? Einen Weg für relevanten Journalismus, der uns die Leser sichert? Sogar Neue bringt? Ulrik Haagerup zeigt in Wien an zahlreichen Beispielen, dass es längst einen neuen, modernen Zugang für Nachrichten gibt, der ausbalanciert, der neben den Schattenseiten auch die guten Seiten zeigt und der so erstaunlich viele neue Leser, Zuhörer und Zuseher gewinnt.

Der neue Wettbewerb um die hellsten Köpfe

Wie wollen Eliten in Medienhäusern geführt werden? Wie können wir sie überhaupt an uns binden?

Wie wollen Eliten in Medienhäusern geführt werden? Wie können wir sie überhaupt an uns binden? Die neue Elite ist gebildet, selbstbewusst, umweltschonend und an ihrer Spitze werden Frauen stehen. Die Feminisierung der Gesellschaft wird ebenso zur Herausforderung wie die demographische Entwicklung. Das von Apple und Facebook angebotene Social Freezing ist der erste Indikator für diese Herausforderung. Die second screen Generation ist erwachsen und es ist heute nicht mehr sehr sexy, in den Medien und schon gar nicht bei Printmedien, sein Geld zu verdienen. Selbst Google oder Facebook sind für die Generation Y und Z schon old ecconomy. Und: Der Lockruf des Geldes funktioniert auch nicht mehr, denn die nächsten Generationen von Arbeitnehmern haben das Vertrauen in Kapital verloren, ebenso in die Politik. Was kann ein Medienunternehmen also tun um für die hellsten Köpfe attraktiv zu werden? Wie wollen zukünftige Eliten geführt werden? Hat der Chefredakteur als Herrscher über das gedruckte Wort ausgedient und wird er zum Manager von Kreativität und Talent? Werner Katzengruber wird in Wien zeigen, wie Medienhäuser beim Schlüsselthema Personal wieder vorwärts kommen, vielleicht sogar die Zukunft gestalten können, bevor sie uns gestaltet.

Europas Zeitungstrends 2015 – Die Rückkehr zum Wesentlichen

Wie begegnen Europas Zeitungsmacher den Herausforderungen der Zukunft? Norbert Küpperanalysiert die aktuellen Entwicklungen anhand von 100 Beispielen.
1. Zeitungen reduzieren die Gestaltungselemente auf das Wesentliche. Das ist der Haupttrend in diesem Jahr! Vorbei die vielen Schriften, Dachzeilen, Unterzeilen – alles abgeschafft!
2. Zeitungen setzen vermehrt auf Cover und Coverstory. Die Titelseite hat außen eine große Coverstory, die innen auf mehreren Seiten weitergeführt wird – wie bei den Zeitschriften.
3. Zeitungen erproben Multimedia-Storytelling. Nach dem Vorbild von „Snow Fall“ der „New York Times“ werden in den Online-Angeboten der Zeitungen nun auch lange Texte präsentiert, die von Filmen, animierten Infografiken oder Audio-Slideshows begleitet werden.
4. Zeitungen verstärken Visual Storytelling. Der lang anhaltende Trend geht weiter: Es geht dabei nicht um Dekoration, sondern um Information.

Case Studies

Vier außergewöhnliche Medienprojekte und ihre Macher.

Case Study “Tubantia”: Außen großzügig das Lokale, innen gebündelt das Überregionale

„Tubantia“, Niederlande, ist Europas Regionalzeitung des Jahres. Zwei Monate liegt eine Frau in Eschede tot in ihrem Haus. „Tubantia“ macht daraus eine Titelgeschichte „Der einsame Tod“ – illustriert mit einer verwelkten Blume und Samen, die wegfliegen. „Tubantia“ versteht es immer wieder emotional zu sein, die Leser auf eine Reise der Gefühle mitzunehmen. Und gleichzeitig ist sie klar strukturiert – sogar soweit, dass man sie trotz Tabloid-Format aufteilen kann und „seinen“ Teil herausnimmt. Die Chefredakteurin steht in Wien für beides: für Lokales und Überregionales. Aber richtig gebündelt! „Tubantia“ wird herausgegeben in Enschede in den Niederlanden. Die Zeitung erscheint in einer Auflage von 100.000 Exemplaren im Tabloid-Format und wird geheftet. Sie hat mehrere Sektionen, die als Pullout gestaltet sind. 100 Redakteure, 8 Fotografen und 4 Layouter verantworten die Zeitung.

Case Study „SonntagsZeitung“: Diese Klarheit könnte die Zukunft sein
„SonntagsZeitung“, Schweiz, ist Europas Wochenzeitung des Jahres

Die „SonntagsZeitung“ erneuert sich ständig. Der neueste Stil: Starke Reduzierung auf das Wesentliche, große Bilder, klare Navigation sowie eine allgemeine Reduktion der Elemente. Die „SonntagsZeitung“ verzichtet bewusst auf den Zuckerguss, sodass sich die Leser voll auf den Inhalt konzentrieren können. Damit hebt sie sich deutlich von vielen anderen Zeitungen ab. Zugleich ist sie eine der ersten, wo diese Reduzierung greift. Die Klarheit in der Gestaltung könnte die Zukunft sein.
Der Chefredakteur erzählt in Wien über Themenplanung am Sonntag. Welche Journalisten es dafür braucht. Und warum er den Auftritt der Zeitung derart reduziert hat.
Die „SonntagsZeitung“ erscheint im Berliner Format und wird in Zürich herausgegeben. Sie hat eine Auflage von 194.000 Exemplaren. Durch Kooperationen mit anderen Tageszeitungen konnte die Auflage in den hart umkämpften Schweizer Sonntagsmarkt in den vergangenen zwei Jahren um 12.000 Exemplar gesteigert werden. Die Zeitung hat 49 Redakteure, einen fest angestellten Fotografen und einen Pool freier Fotografen sowie 14 Personen in Layout und Produktion.

Case Study „The Mayo News“: Wirkliches Storytelling findet im Kopf statt
„The Mayo News“, Irland, ist Europas Lokalzeitung des Jahres

Nur 8.750 Exemplare, immerhin 500 mehr als vor zwei Jahren. Und dann das! Man glaubt es kaum wie ein Team von 8 Journalisten, einem Fotografen und 4 (!) Layoutern diese Form von Storytelling jede Woche schaffen. Dabei wird diese Zeitung regelmäßig neu gemacht – inhaltlich und auch gestalterisch. Ein Highlight sind die großzügig angelegten Doppelseiten im Sportteil und im Lokalen. Viel Weißraum präsentiert optimal die Inhalte. „The Mayo News“ ist ein seltenes Beispiel dafür, wie mit einem kleinen Team Großes geleistet werden kann – und ein Vorbild für große Teams: Kreativität braucht vor allem kreative Köpfe!
Der Chefredakteur zeigt in Wien, wie er sein Team organisiert und motiviert – und warum jeweils zwei Redakteuren ein Layouter zur Seite steht.
„The Mayo News“ erscheint in der Provinz Mayo in Irland. Die lokale Wochenzeitung wurde bereits 2007 beim European Newspaper Award als beste Lokalzeitung Europas ausgezeichnet. Seither ist sie sogar noch besser geworden.

Case Study „Público“: Perfekte Markenführung über alle Plattformen hinweg

„Público“, Portugal, ist Europas nationale Tageszeitung des Jahres. „Público“ gehört zu den Zeitungen in Europa, die ein sehr klares und schnörkelloses Design haben. Die Gestaltung ist dank der Reduktion auf wenige Elemente absolut unverwechselbar – und eignet sich über alle Plattformen hinweg hervorragend für eine perfekte Markenführung. Die Typografie, der Umgang mit Bildern, das Seitenlayout – alles wird bis zur letzten Seite außergewöhnlich umgesetzt. Die Website publico.pt wurde bereits im vorigen Jahr ausgezeichnet. Print und Online gehen hier Hand in Hand! Die Chefredakteurin zeigt in Wien, warum die Führung einer Nachrichtenmarke gar nicht so schwer ist, vorausgesetzt man beachtet einige wichtige Punkte. „Público“ wird herausgegeben in Lissabon. Sie erscheint im Tabloid-Format und hat eine Auflage von 36.000 Exemplaren. Die Zeitung wird geheftet. Die Website publico.pt ist die größte News-Website in Portugal, die übrigens auch in Südamerika gerne als unabhängige Informationsquelle gerne genutzt wird. Die Zeitung hat 108 Journalisten, 8 Fotografen und 11 Layouter.

Medien und Medien-Start ups*

Was Startups anders und besser machen als Verlage und was wir von ihnen lernen können?

Edlen Journalismus verschenkt man nicht

Ist die Zeit reif für edlen und unabhängigen Paid Content? Georg Dahm hat als Journalist seine Erfahrung mit hochwertigen Inhalten gemacht, die unter Wert verkauft werden: Schließlich war er Redakteur der chronisch unterfinanzierten „Financial Times Deutschland“, später des Wochenmagazins „New Scientist“. Aus dieser Zeit zieht er zwei Lehren:

1. Gründliche Geschichten erfordern einen hohen Preis.
2. Es gibt ein Publikum, das bereit ist diesen Preis zu zahlen – solange man das richtige Angebot macht!

Gemeinsam mit Denis Dilba gründete er deshalb „substanzmagazin.de“: für 9 Euro pro Monat ist das multimedialer Longform-Journalismus in der Sparte Populärwissenschaft. „Substanz“ ist das erste deutschsprachige kostenpflichtige Publikumsmagazin, das als reine Digitalmarke geführt wir – ohne Print-Vorläufer und etablierten Verlag im Rücken. Den Start ermöglichte eine Crowdfunding-Kampagne im November 2014. Seitdem veröffentlicht die Redaktion jede Woche einen aufwendig produzierten Beitrag, der alle Möglichkeiten von HTML5 nutzt. Kleinere Beiträge ergänzen das Angebot, das sich nun am Markt bewähren muss. Es gilt die Frage zu beantworten, ob die Zeit reif ist für edlen und unabhängigen Paid Content.

Die neue “Brigitte” aus Berlin

Was Content unique macht: angefangen beim Algorithmus bis hin zur Zusammenarbeit mit Großverlagen. EDITION F ist ein 2014 gegründetes Online-Magazin aus Berlin, das von seinen beiden Geschäftsführerinnen als »Business Lifestyle Plattform« bezeichnet wird. Mit einem inhaltlichen Rundrumpaket soll EDITON F als tägliche Inspirationsquelle für Frauen dienen, die noch viel vorhaben – im Job und im Leben. Damit schließt EDITION F eine Lücke im deutschsprachigen Medienmarkt, die bisher von keinem Verlag besetzt wird! Im Herzen steht ein hochwertiges journalistisches Angebot mit meinungsstarken und serviceorienten Beiträgen. Als Community fördert EDITION F zugleich den beruflichen und privaten Austausch der Nutzerinnen. Darüber hinaus ist EDITION F auch Jobbörse und Marktplatz für Mode und Produkte. Axel-Springer Vorstand Mathias Döpfner urteilt: »EDITION F ist eine Bestätigung, das Journalismus auch in der digitalen Welt eine unfassbar faszinierende Zukunft hat und ein skalierbares Geschäftsmodell sein kann.« Auf dem European Newspaper Congress erläutern die Macherinnen das integrierte Konzept von EDITION F und zeigen, was ihren Umgang mit Content unique macht: angefangen bei ihrem Algorithmus bis hin zur Zusammenarbeit mit Großverlagen.

Welcher Content wie platziert werden muss, um Interaktion und Reichweite zu optimieren

Den richtigen Content zum richtigen Zeitpunkt im richtigen Kanal – und alles automatisch, das ist Buffer. Dieses Tool funktioniert wie ein Zwischenspeicher für Social-Media-Inhalte. Es spielt über Facebook und Twitter konstant Posts aus, die zuvor in den Buffer geladen worden sind. Buffer berücksichtigt, wie viele Twitter-Follower oder Facebook-Friends gerade online sind, und ermittelt den idealen Zeitpunkt, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Buffer hat aktuell mehr als 2 Millionen registrierte Nutzer. Was klassische Medien von diesem Verteilungsmodell übernehmen können, wird Leo Widrich in Wien per Video-Keynote direkt aus dem Sillicon Valley erklären.

Your News in Motion – Wie sich Textnachrichten in Videogeschichten verwandeln lassen

Wibbitz ist ein innovatives Startup-Unternehmen mit einer bisher einzigartigen Technologie, die in längstens 5 Sekunden Textbeiträge automatisch in informative Video-Zusammenfassungen umwandelt. Printmedien-Anbieter können so ohne zusätzlichen Video-Produktionsaufwand mehr Bewegtbilder anbieten.

Von der Paywall zur Sharewall – Neue Wege der Leserbeteiligung

Bei ShareWall bezahlen die Leser nicht mit Geld, sondern mit „sozialer Währung“, indem sie gelesene Beiträge weiterempfehlen. Dabei werden Social Media, Foren oder Communitys in den Sharing-Prozess mit eingebunden und Bekannte, Teilnehmer einer Community oder fremde Nutzer zur Mediennutzung eingeladen. Verlage erhalten so die Möglichkeit Ihre Reichweite deutlich zu steigern, ohne ihre Leser durch Bezahlschranken zu verlieren. Anders Ibsen wird in Wien zeigen, wie Online-Publisher diese Technik auf ihren eigenen Angeboten implementieren können und welche Vorteile sie dadurch haben.


Bilder 2015

European Newspaper Congress 2015

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