Themen 2016

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Die Macht der Gerüchte

In der Flüchtlingsdebatte spielen Gerüchte eine besonders zwiespältige Rolle. Sie erzählen von Vergewaltigungen, von verwüsteten Supermärkten, von Diebstählen, Überfällen, erfrorenen Menschen und untätigen Menschen. Wer ein Gerücht widerlegen möchte, muss es erzwungenermaßen in Teilen wiederholen. Das aber hilft, diese Unwahrheiten weiter zu verbreiten und wilde Gerüchte in gefühlte Wahrheiten zu verwandeln. Unter dieser vergifteten Atmosphäre leiden Politik, Medien und letztlich auch die Öffentlichkeit selbst. Wie können wir mit diesem neuen Phänomen umgehen? Hört uns überhaupt noch jemand zu? Oder sind wir als „Lügenpresse“ schon fixer Teil des Systems?
Paul-Josef Raue, zuletzt Chefredakteur der „Thüringer Allgemeinen“, analysiert diese Zeiterscheinung und diskutiert mit Ulrich Wolf, Reporter der Sächsischen Zeitung, Dresden, Anton Sahlender, Sprecher der Vereinigung der Medien-Ombudsleute in Deutschland , Würzburg und Manfred Perterer, Chefredakteur der Salzburger Nachrichten.

“Constructive Journalism – Hope or Hype?”

Viele Medien scheinen auf das Negative fixiert zu sein: Kriege, Krisen und Katastrophen. Diese Einseitigkeit sorgt für Diskussionsstoff in der Öffentlichkeit. Viele Journalisten fragen sich ebenfalls, ob es nicht ihre Aufgabe wäre, neben gesellschaftlichen Problemen auch über mögliche Lösungen zu berichten. Angesichts schwindender Akzeptanz der Presse könnte konstruktiver Journalismus (als Ergänzung, nicht als Dogma) wieder für mehr Relevanz und Überraschungen sorgen.
Michael Gleich, Jahrgang 1960, ist Journalist, Buchautor und Initiator zahlreicher Medienprojekte. Er konzentriert sein Interesse seit fast 20 Jahren auf Lösungen sozialer Probleme. Zu Artenvielfalt (wie kann man Tiere und Pflanzen nutzen, ohne Bestände zu zerstören?), Diversity (wie wird kulturelle Vielfalt zur Chance?) und Konfliktregionen (wie gelingt die Rückkehr zum Frieden?). Seine Arbeiten wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.
www.der-story-teller.de

Europas Zeitungstrends 2016 – Visuell geprägter Journalismus

Wie begegnen Europas Zeitungsmacher den Herausforderungen? Norbert Küpper analysiert die aktuellen Entwicklungen anhand von 100 Beispielen.

  1. Die Titelseite wird immer öfter neu definiert. Einige Zeitungen gehen dazu über, nur noch zwei bis drei Themen auf der Seite 1 anzubieten. In Skandinavien wird nur mehr ein einziges Thema präsentiert, seitenfüllend als Bild!
  2. Visual Storytelling, alternatives Storytelling und Visualisierung von Themen sind auch in diesem Jahr die großen Trends bei gedruckten Zeitungen. Statt vieler Worte werden viel öfter als früher komplexe Geschehen in einer Kombination aus Texten, Fotos und Infografiken präsentiert. Inzwischen folgen auch Lokal- und Regionalzeitungen diesem Trend.
  3. Zeitungen starten nach wie vor neue Produkte, wie zum Beispiel Wirtschaftszeitungen oder Kinderzeitungen. Parallel werden Serien erfolgreich in Büchern zusammengefasst.
  4. Der Bereich Social Media wurde scheinbar mühelos erobert. Nachrichten aus Zeitungsredaktionen werden heute ganz selbstverständlich auf Facebook geteilt.
  5. Online wagen sich Redaktionen verstärkt an Multimedia-Storys nach dem Vorbild von „Snow Fall“ der „New York Times“.

Meilenstein in der Leserforschung: 20 Minuten entschlüsselt das Wesen der Frau

Auch wenn man erst am Anfang steht, 20 Minuten in der Schweiz hat einen Meilenstein in der Leserforschung gesetzt. Mit der neuen App sammelt das Schweizer Gratismedium mittels Log-in soziodemografische Daten, die dann mit den Inhalten kombiniert werden. Rund 100.000 Datensätze hat die Redaktion bereits und sie weiß damit, welche Gruppen welche Inhalte konsumieren. Besonders nimmt man sich dabei den Frauen an, von denen man schon lange weiß, dass sie einzelne Themenbereiche komplett ausblenden. Immerhin stellen sie die Hälfte der Leserschaft da. 20 Minuten geht nun der Frage nach, wie man das ändern kann.
Peter Wälty, Leiter digitale Innovationen von 20 Minuten und Marco Boselli, Chefredakteur von 20 Minuten, erklären in Wien, was sie aus ihren Daten bereits erkennen und wie sie diese Erkenntnisse in der Redaktion umsetzen.

Strategie

Medienwelt 2020 – Folgt dem digitalen Sturm eine Renaissance von Print?

20 Jahre nach dem großen Einbruch des Internet ist es Zeit für eine Bilanz: Was lässt sich über diese ewig bedrohliche und geheimnisvolle „Macht der Digitalisierung” tatsächlich sagen? Welche ihrer Versprechen, aber auch ihrer Bedrohungen, haben sich bewahrheitet, und wo fallen wir womöglich auf den „Digital Hype” herein, ohne das Phänomen am Ende wirklich verstanden zu haben? Stehen wir erst am Anfang einer radikalen Medien-Transformation, oder lassen sich inzwischen die Strukturen einer „postdigitalen Medien-Ordnung” erkennen?

Was haben wir von Print und von Online in den nächsten Jahren zu erwarten? Ist der „Wilde Westen“ im Internet vorbei und folgt nun ein großer Prozess der Bereinigung? Warum kommen so viele alte Medienformen in neuen Kleidern zurück? Im Fernsehen zum Beispiel. Lässt sich die Medienzukunft tatsächlich leicht erkennen, wenn wir uns zuvor mit dem menschlichen Gehirn auseinander setzen?

Zukunftsforscher Matthias Horx stellt ein ganzheitliches systemisches Modell vor, mit dem sich die Wechselwirkung zwischen Technologie und Gesellschaft prognostizieren lässt. Er analysiert die Evolution von Wissen, Information und „Content” im Wandel kultureller und kommunikativer Techniken und beschäftigt sich mit folgenden Fragen: Stehen wir vor einer Renaissance von Print? Wo verlaufen die systemischen Grenzen der Digitalisierung? Wohin gehen Journalismus und „Content” in einem Klima gesellschaftlicher Hyper-Erregung – Stichwort „Lügenpresse”?

Matthias Horx ist Publizist und Unternehmensberater. 1993 eröffnete er gemeinsam mit Peter Wippermann das Trendbüro in Hamburg. Nach seinem Ausstieg gründete er 1997 das Zukunftsinstitut mit Hauptsitz in Frankfurt am Main, das auch Zweigstellen in München und Wien hat. Er war bis 2005 Mitglied beim publizistischen Netzwerk Achse des Guten.

European Editors Forum 2016: Fünf letzte Ausfahrten für Journalisten

Letzte Ausfahrt Journalismus 1: Fünf Basis Empfehlungen zur Überwindung des Lügenpresse-Vorwurfes

Zwei Nullen sind keine Acht: Lange vor den Diffamierungen gegen den Journalismus haben sich Schwächen in die Politik, Wirtschafts, Unternehmens-, Auslands- und Migranten-Berichterstattung eingeschlichen. Roland Schatz legt die fünf wichtigsten Schwächen offen und bietet Lösungen dazu an.

Roland Schatz, Gründer und Chef des Internationalen Forschungsinstitutes Media Tenor, Zürich. Weitere Infos hier.

Letzte Ausfahrt Journalismus 2: Warum die Werbewirtschaft ohne Leitmedien nicht auskommt

Nur professioneller Journalismus bindet Leitmilieus nachhaltig. Dank Exclusivität und Recherche können präzise die Leitgruppen angesprochen werden, ohne die die Werbewirtschaft nicht auskommt. Print vor TV und Radio und erst dann das Internet.

Sebastian Turner, Berlin. Weitere Infos hier.

Letzte Ausfahrt Journalismus 3: Erste Erfolge dank Constructive News

Zuerst sind TV-Sender im Norden wie das Schwedische und Finnische Fernsehen dem Beispiel vom Ulrik Haagerup gefolgt. Der Chefredakteur des Dänischen Fernsehens hat mit Constructive News sowohl Reichweite und Anzeigenvolumen stabilisiert und ausgebaut. Jetzt hat sich auch die BBC verpflichtet, den Prinzipien von Ulrik Haagerup zu folgen. Der Däne wurde gleich mit der Umsetzung beauftragt. In Wien wird Haagerup über aktuelle Konzepte und Erfolge in ganz Europa informieren.

Ulrik Haagerup, Chefredakteur Dänisches TV, Kopenhagen. Weitere Infos hier.

Letzte Ausfahrt Journalismus 4: Überwindung von Stereotypen dank exclusiver Interviews

„Der IS hat den Islam gekidnappt“ – mit dieser Schlagzeile in „Bild am Sonntag“ liefert Großmufti Shawki Allam überraschende Einsichten in den mühsamen Alltag der ältesten Islamwissenschaftlichen Forschungsstelle Dar Al Ifta in Kairo. In Wien wird der ranghöchste Imam in der sunnitischen Welt über die Folgen der Dänischen Cartoons, verhängnisvolle Fatwas und den bedingungslosen Austausch mit Journalisten diskutieren.

Grandmufti Shawki Allam, Kairo. Weitere Infos hier.

Shawki Allem ist seit 13. März 2013 der 19. und aktuelle Großmufti von Ägypten. Shawki Allem wurde im Nil-Delta im Gouvernement von Beheira geboren. Er promovierte 1996 auf der Al-Azhar Universität in Rechtswissenschaften und dem Gesetz der Scharia. Bevor er zum Großmufti von Ägypten berufen wurde, war er Vorsitzender der Abteilung für Rechtswissenschaften der Scharia-Schule, einem Tanta-Zweig der Al-Azhar Universität.
Im Februar 2013 wurde er vom Rat der Lehrenden an der Al-Azhar ausgewählt, den abtretenden Großmufti Ali Gomaa zu ersetzen. Das war das erste Mal, dass ein Großmufti von islamischen Gelehrten gewählt wurde, anstatt vom Staat bestimmt zu werden.
Die Stellung als Großmufti ist eine sehr einflussreiche sowohl in Ägypten als auch in der gesamten arabischen und islamischen Welt. Der Großmufti ist die oberste Stelle religiöser Autorität, wird als symbolischer religiöser Repräsentant des Staates gesehen und spricht Fatwas bei religiösen Angelegenheiten aus. Sein Büro, der Dar al Ifta (wörtlich: das Haus der Fatwas) ist eine Agentur, die sich mit dem Aussprechen religiöser Rechtsgutachten bei allen Fragen von Muslimen befasst. Dort werden jährlich rund eine halbe Million Fatwas in zehn verschiedenen Sprachen ausgesprochen, inklusive der offiziellen, die er selbst bei wichtigen Angelegenheiten ausspricht und den routinemäßigen, die über Telefon oder Internet von einem Dutzend untergeordneter Muftis ausgesprochen werden.
Dr. Allam ist ein erfolgreicher Schriftsteller Er schrieb über ein Duzend Bücher über verschiedene Aspekte des islamischen Rechts, wie etwa über das politische Engagement von Frauen, das Kriminalrecht, die Verschlüsselung des islamischen Rechts, über religiöse Minderheiten und das islamisches Gedankengut.
Seit seiner Berufung zum Großmufti von Ägypten machte er es sich zum Ziel, der ganzen Welt ein verlässliches Bild des Islams zu präsentieren, eine friedliche Koexistenz zu verbreiten und Brücken zu bilden für mehr Verständnis und Kooperation. Kürzlich wurde er von der unterreligiösen Gemeinsacht in Südkorea zum besten Förderer von unterreligiösem Verständnis 2014 gewählt.
Außerdem wurde er kürzlich zum President des weltweit obersten Gremiums der Fatwa-Ämter gewählt. Diese Initiative wurde in Kairo von den weltweit führenden Großmuftis gegründet.

Letzte Ausfahrt Journalismus 5: Korruption, Flüchtlinge, Brustkrebs – die größte Daten-Goldgrube für Journalisten ist offen

Kein Stein bleibt auf dem anderen seit Michael Moller die Verantwortung für den größten UN Standort Genf übernommen hat. Als erstes hat der General-Direktor den vollständigen Umschwung im Umgang mit Journalisten gestellt: bedingungsloser Zugang zu Daten, Expertisen und Trends, die seit 70 Jahren in allen UN Einheiten von WTO über WHO bis zu UNHCR gesammelt wurden und werden. Die größte Daten-Goldgrube ist damit für Journalisten offen – als Grundlage für exklusive Geschichten und mit dem Ziel eine Alleinstellung zu schaffen.

Michael Møller ist Generaldirektor des United Nations Office in Genf. Er bringt für diese Position eine Menge an Erfahrung mit, da er über 30 Jahre lang als internationaler Beamter für die United Nations tätig war. Von 2008 bis 2011 war er geschäftsführender Direktor der Kofi Annan Foundation. Davor war er Sonderbeauftragter des Generalsekretärs für Zypern (2006-2008) und Direktor für politische und humanitäre Angelegenheiten sowie für Friedensangelegenheiten im Büro des Generalsekretärs (2001-2006). Außerdem war er in den letzten beiden Jahren dieser Periode stellvertretender Stabschef.

Cases

Vier außergewöhnliche Medienprojekte und ihre Macher.

Case Study Kvinnheringen: Teamwork, Teamwork, Teamwork: Wie auch Kleine wirklich Großes schaffen

„Um etwas Großes zu schaffen, braucht es Teamwork, Teamwork, Teamwork, eine Portion Verrücktheit und natürlich ein talentiertes Team“, sagt Tomas Bruvik, Chefredakteur von Kvinnheringen, die als European Newspaper of the Year in der Kategorie Lokal ausgezeichnet ist.

Die Zeitung erscheint dreimal wöchentlich im Westen Norwegens mit einer Auflage von 4.100 Exemplaren. Bruviks Team besteht aus nur fünf Journalisten und einem Layouter. Einen fixen Fotografen gibt es nicht. Kvinnheringen hat ein klares Magazinlayout mit großen Bildern und viel Weißraum. Die Langstrecke ist eine Stärke dieser Zeitung. Es gibt Ausgaben, die einem einzigen Thema gewidmet sind, wie z. B. Muttertag. Aber es gibt auch Themen, die über fünf oder sechs Doppelseiten geführt werden. Insgesamt eine interessante Präsentation von lokalen Inhalten.

Tomas Bruvik wird in Wien unter anderem erklären, wie er sein Team in der Tagesarbeit organisiert und wie er nicht nur in seiner Zeitung sondern auch bei seinen Mitarbeitern die richtige Mischung erreicht. Vidar Håland zeigt, wie die Zeitung eine eigene Bildsprache schafft, ohne einen eigenen Fotografen zu haben.

Case Study Ara: Zeitungen werden mit den Augen gesehen – also zeigen wir etwas!

Seit der Gründung vor fünf Jahren prägt Cristina Córdoba als Art Director die spanische Tageszeitung ARA. „Zeitungen werden mit den Augen gesehen – also zeigen wir ihnen etwas“, sagt Córdoba. Und sie erzählt brillant die Geschichten visuell weiter, die Journalisten zuvor aufgeschrieben haben. Wie diese Hand-in-Hand-Technik bei ARA geleistet wird, erklärt sie in Wien zusammen mit Chefredakteur Ignasi Aragay. Ein wichtiges Merkmal von ARA sind Beilagen für Themen wie Erziehung, Bücher, Umwelt. Inhaltlich orientiert man sich eher an Wochenzeitungen. Analysen und Hintergrundberichte mit entsprechend langen Texten und Infografiken spielen eine große Rolle. Bei der Zeitung, die in Barcelona mit 20.000 Exemplaren in katalanischer Sprache erscheint, arbeiten 50 Journalisten, neun Fotografen und sechs Layouter. ARA ist als „Newspaper of the Year“ in der Kategorie Regionalzeitung ausgezeichnet worden.

Case Study De Morgen: Nur 30 Journalisten für Europas beste Tageszeitung

An der Anzahl der Journalisten kann es nicht liegen: De Morgen in Brüssel hat nur 30 davon, dafür allerdings erstaunlich viele Fotografen: 17, alle freiberuflich. Dazu fünf Layouter und einen Infografiker. Nach 2006 und 2008 ist De Morgen nun zum dritten Mal Europas beste Tageszeitung in der Kategorie National. Wie geht das? Hat es mit Reduktion und Relevanz zu tun – bei der journalistischen Arbeit? Art Director Arne Depuydt stellt in Wien „seinen“ De Morgen vor – und berichtet über seine Erfahrungen beim jüngsten Relaunch im Oktober 2014.

Case Study Expresso: Alternative Storyformen: Das ist beispielhaft!

Hier atmen, fühlen und denken viele gemeinsam: 74 Journalisten, 16 Fotografen, 18 Layouter. Und das Ergebnis ist einzigartig. Die portugiesische Wochenzeitung Expresso ist beispielhaft für den Trend zu alternativen Storyformen und die verstärkte visuelle Präsentation von Inhalten. In der Kategorie Wochenzeitung ist sie dafür als European Newspaper of the Year ausgezeichnet.

Chefredakteur Pedro Santos Guerreiro und Designchef Marco Grieco werden in Wien zeigen, wie sie gemeinsam Geschichten planen, entwickeln und letztlich erfolgreich umsetzen, mit welchen Tricks sie mitunter arbeiten – und woran sie auch mal scheitern.

Digital

European Publishers Forum 2016:

Die Welt der digitalen Nachrichten – neue Konzepte, neue Anbieter, neue Geschäftsmodelle

National und international finden sich beeindruckende Beispiele von Medien, Agenturen und mutigen jungen Unternehmen, die mit Hilfe neuester Technologien, neuer Angebotsformate und modernen Kommunikationstools Nachrichten in Form von Texten, Bildern und Videos wirtschaftlich erfolgreich verbreiten. Wir haben eine Auswahl von Cases zusammengestellt, die als Vorreiter in ihrem Segment gelten oder technologisch Zeichen setzen. Und wir wollen den neuen Weg des Publishing auch live zeigen.

Präsentiert und moderiert wird der Slot „New Ways in Publishing and Commerce” von Dr. Bastian Schwithal und Volker Zanetti.

Neue Wege im Verlagswesen und bei der Vermarktung in Japan

Die Digitalisierung in Japan schreitet rasant voran. Seit Februar können beispielsweise Gamer im Internet mit „Web Money Japan“ bezahlen. 90 Prozent der Haushalte sind mit der neuesten und schnellsten Mobiltechnik erschlossen. Und die Japaner geben weltweit am meisten Geld für Apps aus. Neben Games und Musikstreaming haben sich auch E-Publishing-Angebote etabliert. Wie und womit gelingt es japanischen Medien und Unternehmen ihre Zielgruppen zu erreichen? Wie sieht die Zukunft im Asiatischen Raum aus und welche Geschäftsmodelle haben gute Chancen erfolgreich zu werden?

Diese und weitere Fragen beantwortet Marco Koeder live aus Tokio. In seiner Funktion als Digital Direktor der seit 1956 in Japan ansässigen Agentur J. Walter Thomson (JWT) arbeitetet er mit Unternehmen wie Kraft Foods und Unilever an erfolgreichen Digitalstrategien.

Marco Koeder ist Asienexperte und Mobile-Visionär. Weitere Information zu ihm finden Sie hier.

Storyful und der offene Newsroom: Wie Journalismus besser wird, wenn mehr Menschen zur Qualität beitragen

Storyful ist so etwas wie ein journalistisches Trüffelschwein im Netz: Das Unternehmen unterstützt Redaktionen in der Web-Recherche und hat sich schon als Quelle vieler Geschichten bewährt, die traditionelle Verlage meistens noch nicht auf dem Radar haben. Der Dienst beschreibt sich als “erste globale Nachrichtenagentur für das Netz” (The world’s first social newswire). Mit Sitz in Dublin unterhält es rund um die Uhr ein weltweites Team von Journalisten und Programmierern. In einem genauen Prozess aggregieren, generieren, sichten und verifizieren sie ihre Geschichte in der Social Media Welt, bevor sie sie aufbereiten und sendefertig machen für Kunden wie ABC News, Reuters oder das Wall Street Journal. Storyful gewann mit diesem innovativen Ansatz den „Guardian Digital Innovation Award for Social Change“, einen „Knight-Batten Award for Innovations in Journalis“ sowie den „African News Innovation Challenge Award“. Im Jahr 2013 wurde Storyful für rund 25 Millionen US-Dollar von News Corp übernommen und soll News Corp dabei helfen, die Möglichkeiten im Bereich Videos auszubauen.

Das Konzept von Storyful wird Joe Galvin, News Editor Europa, vorstellen.

Merkurist.de: Warum die Pay Wall Quatsch ist und wie guter Lokaljournalismus trotzdem online Geld verdienen kann!

Manuel Conrad, einer der Gründer von Merkurist.de, beschreibt das Projekt als das erste Nachrichtenportal in Mainz, bei dem die Leser aktiv an den Nachrichten mitarbeiten können. Bei Merkurist beginnt alles mit dem Leser, er ist Anfang und Begleiter jedes Nachrichtenthemas. Die Leser erstellen Snips mit spannenden Beobachtungen aus ihrem lokalen Umfeld. Diese Snips können von allen Lesern mit Zusatzmaterial in Form von Fotos, Videos, Fragen, Informationen oder Kommentaren ergänzt werden. Durch Klick auf den „o-ha!“-Button können Leser klarmachen, dass sie sich für ein bestimmtes Thema interessieren. Erzeugt ein Thema genügend Interesse, wird es von einem professionellen Journalisten zum Artikel ausgebaut und steht dann auf der Plattform zur Verfügung.

Das System hinter der Plattform bietet die Möglichkeit Nutzungsdaten auszuwerten. Dazu wurde ein Tool entwickelt, das aus verschiedenen Überschriften und Bildern für einen Text automatisch die beste Kombination heraussucht. Mit dieser Technologie können neuartige Werbeprodukte entwickelt werden, die gezielt das Nutzungsverhalten der potentiellen Kunden des Werbetreibenden ansprechen. Merkurist.de möchte hiermit auch Zeichen für neue Werbeformate setzen.

Das Konzept wird vom Merkurist.de CEO Manuel Conrad vorgestellt. Weitere Informationen über ihn finden Sie hier.

Der Kontext: Warum News-Dauerbeschuss nervt und interaktiver Hintergrund-Journalismus gebraucht und gekauft wird

Tagtäglich werden wir mit Nachrichten bombardiert. Viele Meldungen sind gleich – kurz, effekthaschend, oberflächlich und einseitig. Um aktuelles Zeitgeschehen zu verstehen, sind aber unterschiedliche Perspektiven, lange und gute Inhalte genauso wichtig wie kurze Fakten und der schnelle Überblick. Genau diese Mischung will „Der Kontext“ liefern. Dazu wird ein Mal pro Monat ein Thema komplex bearbeitet. Julia Köberlein, Herausgeberin von “Der Kontext” beschreibt das Projekt als interaktives Hintergrundmagazin für aktuelle Themen.

Für jedes Thema entstehen Themenlandschaften, die online per „Navigationssystem“ bedienbar gemacht werden. Das Ziel war immer, dass man komplexe Themen ganz einfach so erforschen kann, wie man das auf einer digitalen Landkarte machen würde. Erst sieht man den großen Überblick, die Städte und Flüsse – und zoomt man dann hinein, bekommt man immer mehr Details zu sehen.

Präsentiert wird Der Kontext von Mitgründerin und Herausgeberin Julia Köberlein. Vertiefende Informationen zu Ihr finden Sie hier.

Upday: Nachrichten künftig auch auf dem Kühlschrank

Aus europaweit 1.000 Nachrichtenquellen saugen Top-Journalisten und 24 lernende Algorithmen permanent die besten Nachrichten und bieten sie über eine App den Besitzern von Samsung Smartphones an – und nur diesen. Dahinter steckt das 2015 gegründete Unternehmen Upday, eine strategische Partnerschaft von Axel Springer und Samsung unter der Leitung von Jan-Eric Peters, dem ehemaligen Chefredakteur von WeltN24. Aktuell ist das Angebot in Deutschland, Polen, Frankreich und Großbritannien verfügbar. Weitere Länder sollen folgen. Bis Ende 2016 sollen zehn Millionen Nutzer erreicht werden. Finanziert wird das Angebot durch klassische Onlinewerbung. Allerdings will man auch hier Zeichen setzten und auf nervende Displaywerbung verzichten.

In dem neuen Unternehmen treffen Nachrichtenprofis und Technologieführer zusammen. Die Zusammenarbeit von Axel Springer und Samsung wird daher auch als außergewöhnlich innovativ beschrieben. Vorstellbar ist zum Beispiel, dass in wenigen Jahren Nachrichten auch auf dem vernetzten Kühlschrank erscheinen – oder am Spiegel im Badezimmer erscheinen.

Jan-Eric Peters, inzwischen Produktchef von Upday, erklärt in Wien, was sich hinter der Technologie verbirgt und wie diese auch anderen Nachrichtenmedien nutzen kann.

In Kooperation mit kindai:projects


Bilder 2016

European Newspaper Congress 2016 – Sonntag, 01.05.2016

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Nutzungsrecht: Bilder frei zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit Berichterstattung
Credit: Medienfachverlag Oberauer/APA-Fotoservice/Schedl

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