Bewegende Bilder – Bewegende Geschichten. Wie sich Bild- und Textarbeit vernetzen lassen

Julia Calfee und Peter Linden

Julia Calfee und Peter Linden

Julia Calfee (USA/Schweiz), Fotografin und Multi-Media Künstlerin und Peter Linden (Deutschland), Journalistenausbildner und Sprachtrainer zeigen, dass journalistische Texte besser wirken, wenn Autor und Redaktion die Visualisierung bereits in die Konzeption einbeziehen. Dabei demonstriert Calfee, was ein journalistisch gutes Bild ausmacht und Linden, wann eine Text-Bild-Schere entsteht, und wie sie verhindert werden kann. Anhand von “best practice”-Beispielen erhalten Blattmacher konkrete Tipps für ihre Arbeit.



Hyperlocal News aus dem Newsroom-Café

Newsroom-Café von Nase Adresa

Newsroom-Café von by Naše Adresa

Die Idee ist einzigartig: In mehreren tschechischen Städten werden derzeit Zeitungen in eigens dazu eingerichteten Kaffeehäusern produziert. Bis zum Sommer sollen es 150 Newsroom-Cafés mit angeschlossener Lokalzeitung werden.

Die Newsroom-Cafés befinden sich jeweils am Hauptplatz oder in der Einkaufsstraße und stehen für ihre Gäste von 7 Uhr morgens bis 7 Uhr abends offen. In einem Newsroom-Café arbeiten neben den Service-Kräften fünf bis sieben Redakteure und ein Chefredakteur. So kann jeder, der ein Problem hat, ein neues Projekt vorstellen oder über Dinge berichten will, die ihm aufgefallen sind, im Newsroom-Café neben dem gastronomischen Angebot den Aufenthalt auch für ein Gespräch mit den Redakteuren nutzen. Für die Journalisten entsteht dabei eine völlig neue Rolle. Sie werden zu Community-Managern. Ein Drittel der jeweils am Montag erscheinenden Wochenzeitung wird auf diese Weise gemeinsam mit den Lesern gestaltet. Daneben bietet die Zeitung praktische Informationen und Service – aber auch Investigatives. Gesteuert wird das Projekt vom “Futuroom” in der Prager Zentrale von PPF Media. Von hier aus werden die Redaktionen vor Ort grafisch und technisch unterstützt. Der “Futuroom” dient aber auch zur Weiterbildung. Die Journalisten aus den Lokalredaktionen kommen rund einmal pro Monat, um in der Zentrale Workshops zu absolvieren, denn das erklärte Ziel von Projektentwickler Roman Gallo ist es, Qualitätsjournalismus auf lokaler Ebene zu machen.



Europas Zeitungstrends 2010: Eine Rundreise durch einen kreativen Kontinent

Norbert Küpper, Zeitungsdesigner Newspaper designer

Die Kreativität der europäischen Zeitungen ist ungebrochen. Im European Newspaper Award wurde keine Krisenstimmung sichtbar. Die Auflagen der meisten europäischen Zeitungen sinken leicht. Ausnahmen bilden Wochenzeitungen, die nach wie vor leichte Auflagensteigerungen haben.

Bei skandinavischen Zeitungen stehen traditionell lokale und regionale Themen im Vordergrund, die spektakulär visualisiert werden. Bei diesen Zeitungen hat die Fotografie einen hohen Stellenwert. Im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern gehört die Fotoreportage hier zu den täglich eingesetzten journalistischen Stilformen.

Im deutschsprachigen Raum setzen Zeitungen auf Eleganz und Seriosität. Extreme Bildschnitte und alternative Storyformen könnten die Zeitungen noch moderner aussehen lassen.

In Portugal setzt die Neugründung “I” ganz auf Innovation und agiert konsequent in Print und Online. Mit vielen Freistellern und Weißraum setzt sich der Trend zur „magazinigen“ Zeitung in vielen Ländern Europas fort. Verlage in den Niederlanden, Spanien, und Portugal legen aber auch Hochglanz-Magazine ihren Zeitungen bei, die teilweise zusätzlich im freien Verkauf vermarktet werden.



European Publishers Forum: Wie bleibt Journalismus finanzierbar

Ob Zentralredaktion, ausgelagerte Recherche oder Bezahlschranken und deren Folgen. Das European Publishers Forum stellt sich in diesem Jahr die Frage: Wie bleibt Journalismus finanzierbar?

9:30 Modell Zentralredaktion: Eine Zeitung und drei Magazine in einer Redaktion: Kann das gut gehen? Vor einem Jahr zog Gruner und Jahr in Hamburg seine Wirtschaftspresse in Hamburg in einer Grossredaktion zusammen. Seit dem schreiben die Redakteure der “FTD” auch für die Magazine “Capital, “Impulse” und “Börse online”. Stefan Weigel, stellvertretender Chefredakteur, sagt wie der Kulturbruch klappte.
9:50 Ausgelagerte Recherche: Das “Bureau of Investigative Journalism” wird über eine Stiftung, durch Spenden und den Verkauf von Reportagen finanziert. Es wird vom Centre for Investigative Journalism CIJ an der Londoner City University betreut und zählt auf die Mitarbeit prominenter Schreiber wie Nick Davies und Seymour Hersh. Pro Jahr sollen 4-5 Reportagen entstehen, die an Zeitungen und Magazine verkauft werden.
10:10 Cash für Content: Die Welt-Gruppe experimentiert derzeit mit unterschiedlichen Modellen für Content im Internet und auf mobilen Geräten wie dem iPhone bzw. iPad. Romanus Otte erklärt, welche Modelle gute Aussichten haben und welche Strategien ins Nichts führen.
10:30 Paid Content als Sackgasse: Das Internet ist offen, frei und lebt vom Austausch. Bezahlschranken führen auch dazu, dass auf sie nicht mehr verlinkt werden kann. Wird Murdochs Kampagne auf den Websites nurmehr zahlende Nutzer zuzulassen  den Zeitungen und Magazinen möglicherweise mehr schaden als nutzen? Emily Bell (angefragt) erklärt die Sicht des Guardian.
11:00 Diskussion mit den Referenten: Wie bleibt Journalismus finanzierbar?

Achtung: Das European Publishers Forum findet in diesem Jahr erstmals im Festsaal statt. Bitte planen sie vor der Veranstaltung genügend Zeit für ihre Akkreditierung ein!



Multimediales Storytelling und was Print davon lernen kann

Chiqui Esteban

Chiqui Esteban, lainformacion.com

Das Internet spielt als Motor journalistischer Innovationen im Bereich des Storytelling eine wichtige Rolle. Auch wenn sich in Zeitungen keine Videos oder Animationen darstellen lassen, hat Print dennoch Möglichkeiten, die nur genutzt werden müssen.
Chiqui Esteban leitet den Bereich Multimedia von lainformacion.com aus Madrid (Spanien) und ist einer der führenden Reporter im Bereich Multimedia-Infografik und Blogger auf http://infographicsnews.blogspot.com.



Mit lokalen Inhalten zum Erfolg!

Christian Ortner

Christian Ortner, Vorarlberger Nachrichten

Die Vorarlberger Nachrichten setzten seit jeher auf lokale Inhalte und haben damit nachhaltigen Erfolg. Neben dem Erhalt des Bewährten, zeichnen sich die Zeitungsmacher aus dem Westen Österreichs durch ständige neue Ideen aus und bauen dabei auch auf eine enges Zusammenspiel mit den Online-Kollegen.
Mit welchen Ideen kann ein lokales Zeitungshaus auch in Zukunft gegen globale Player bestehen? Chefredakteur Dr. Christian Ortner zeigt Wege dafür auf. Die Vorarlberger Nachrichten wurden 2006 auf dem Weltkongress der Zeitungsverleger zur “Newspaper of the Year” gekürt.



Themenschwerpunkt “Lokalinformationen”

Lokalinformationen werden für Zeitungsleser immer wichtiger, denn trotz und wegen der ständigen Berieselung mit Informationen aus aller Welt wird die eigene Umgebung immer mehr zur “terra incognita”. Der European Newspaper Congress widmet sich in diesem Jahr mit einem Themenschwerpunkt dem Lokaljournalismus.

Vorträge zum Thema

Die Meisterklasse der Lokalinformation – “Smålandsposten” ist ein Lokalblatt, das sich nicht in weltpolitische Fragen vertieft, sondern die Geschehnisse in der Umgebung aufstöbert.

Die Neuentdeckung des Lokalen – wie Verlage und Redaktionen bislang unausgeschöpftes und unerkanntes Potenzial wirtschaftlich und journalistisch ausschöpfen können.

Mit Hyperlocal News zum Erfolg – neue Wege im Lokaljournalismus.

Lokaljournalismus zwischen Tradition und Innovation.



Die Meisterklasse der Lokalinformation

European Local Newspaper of the Year: „Smålandsposten“, Schweden

European Local Newspaper of the Year: „Smålandsposten“, Schweden

„Smålandsposten“ ist ein Lokalblatt, das sich nicht in weltpolitische Fragen vertieft, sondern die Geschehnisse in der Umgebung aufstöbert: Konzerte, Eishockeymatches, Unfälle, die Wirtschaft in der Region. Chefredakteur Magnus Karlsson macht auch den technischen Wandel für den Erfolg seiner Zeitung mitverantwortlich. „Heute ist eine Seite in nur 45 Minuten layoutet“, sagt er. Die restliche Zeit verwenden seine Mitarbeiter dann für journalistische Details.
Das Ergebnis ist beeindruckend: die meisten Berichte haben Faktenboxen, Listen, Infografiken und selbstverständlich auch Namen, Email und Telefondurchwahl der Autoren.
„Smålandsposten“ macht Lokaljournalismus „at its best“. Durch klare Leserführung mit Seitentiteln und Rubrikenköpfen, durch geheftete Sektionen, die als Einzelheft herausgenommen werden können, oder durch den Einsatz von überwiegend eigenen lokalen Bildern, entsteht ein Meisterwerk im Lokalen.
„Smålandsposten“ hat eine Auflage von 38.600 Exemplaren und erscheint in Südschweden.
Die Zeitung wird im Tabloid-Format publiziert und beschäftigt 35 Redakteure, 6 Fotografen und 18 Layouter.

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Die Neuentdeckung des Lokalen

Prof. Joachim Blum, WAN-IFRA Associate Consultant

Prof. Joachim Blum, WAN-IFRA Associate Consultant

Wie Verlag und Redaktion bislang unausgeschöpftes und unerkanntes Potential wirtschaftlich und journalistisch ausschöpfen können.
Wenn Lokal- und Regionalzeitungen ihre Leser- und Anzeigenmärkte nicht weiterhin schrumpfen lassen wollen, dann müssen sie Anstrengungen in einer neuen Dimension unternehmen. Sie müssen für Leser und Nichtleser neue journalistische Angebote entwickeln, um weiterhin eine relevante Reichweite für die Werbekunden zu erzielen. Und sie müssen den lokalen Markt wirtschaftlich neu erschließen, um zusätzliche Umsatzerlöse neben dem traditionellen Geschäft zu generieren.



Das revolutionäre Konzept: Die Kraft neuer Ideen

European National Newspaper of the Year: „i informação“, Portugal

European National Newspaper of the Year: „i informação“, Portugal

Die Redaktion von „i informação“ setzt komplett auf die Kraft neuer Ideen. Alternative journalistische Stilformen, neue Sektionen, ein modernes, randloses Layout, das am Internet orientiert ist.
„Wir wollen alles wegwerfen, was in herkömmlichen Zeitungen nicht funktioniert, und eine neue Zeitung bauen“, sagt Art-Director Nick Mrozowski. Tageszeitungen sind üblicherweise nach Ressorts aufgeteilt. Die Portugiesen haben ein anderes System: Zuerst bringen sie einen knackigen Nachrichtenüberblick, genannt „Radar“. Hier landen die wichtigsten Meldungen des Tages, kurz erzählt zur schnellen Orientierung.
Danach startet die zweite große Sektion: „Zoom“. Die Texte werden länger, die Artikel bringen mehr Hintergrund. Analyse, Reportage und Essays finden sich hier. Qalitätsjournalismus ja, aber peppig aufgemacht. In „i“ werden keine herkömmlichen Pressekonferenzfotos abgedruckt, bei denen Menschen am Podium sitzen. Um solche Szenen anders zu erzählen, schickt das Blatt mitunter Illustratoren zu wichtigen Veranstaltungen. Sie sollen die Atmosphäre einfangen und auf ihre Weise darstellen.
Spannend ist auch die Homepage mit einem modernen Erscheinungsbild und Social Media Diensten wie Facebook und Twitter.
“iinformação“ hat eine Auflage von 30.000 Exemplaren und wird im halben Rheinischen Format gedruckt. Die Zeitung beschäftigt 41 Redakteure, 2 Fotografen und 5 Layouter.

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Das klassische Konzept: Zeitung als pures Lesevergnügen

European Regional Newspaper of the Year: „Stuttgarter Zeitung“, Deutschland

European Regional Newspaper of the Year: „Stuttgarter Zeitung“, Deutschland

Die „Stuttgarter Zeitung“ ist die Antithese zu jenen Zeitungen, die zuletzt größere Fotos und mehr Weißraum einführten und nun weniger Platz für ihre Artikel haben. Die Stuttgarter haben ihre langen Texte beibehalten, verwenden heute aber eine neue, größere Schrift. Damit will man einerseits der älter werdenden Leserschaft entgegen kommen, die eine leichter lesbare Typografie erwartet. Andererseits erhält man sich so den seriösen Ruf der Zeitung. „Mit Bildern sollte man vorsichtig sein, weil man leicht verwechselbar oder beliebig wird“, sagt Art-Director Dirk Steininger.

Lohnenswerte Investitionen in das Lesevergnügen hat er auch anders geschafft: Die „Stuttgarter Zeitung“ besticht durch ihre ausgezeichnete Typografie und überzeugt mit erstklassigen Titelseiten, dem Umgang mit Ergänzungsboxen und Infografiken sowie mit der herausragenden Bildern. „Man möchte sich zurücklehnen und einfach nur lesen“, lautet das Urteil der Jury zum „European Newspaper Award“ auf den Punkt.
Die Stuttgarter Zeitung hat eine Auflage von ca. 150.000 Exemplaren. Sie beschäftigt 135 Redakteure, 2 angestellte, 4 freie Fotoagenturen und 5 Layouter.

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Infomaterial vom Kongress 2009

jb_cdWenn Sie an Präsentationen des European Newspaper Congress 2009 nicht teilnehmen konnten bzw. Vorträge weiter vertiefen wollen, möchten wir Sie noch auf zwei Angebote im Zusammenhang mit dem European Newspaper Congress hinweisen.

Das Jahrbuch des 10. European Newspaper Award gibt einen Überblick über die aktuellen Trends im Bereich Zeitungsdesign und -Konzeption. Es ist als DVD zum Preis von 35 Euro (60 Sfr) erschienen und über folgenden Link zu bestellen: http://www.editorial-design.com/buch.html. Über das Bestellformular können auch zurückliegende Jahrgänge geordert werden.

Erstmals hat der Verein “Carpe Diem” eine Tondokumentation des Kongresses erstellt. Vorträge können nachgehört und vertieft werden. Ausgewählte Vorträge oder die CD-Box mit allen Vorträgen des European Newspaper Congress können online bestellt werden  http://www.carpediem.1a-shops.eu.